
Gewaltprävention ist zu wenig!
Wir brauchen Friedensvorsorge!
Gewalt entsteht nicht erst dort, wo jemand zuschlägt. Konflikte beginnen häufig viel früher: Mit einer abwertenden Bemerkung, einer verhärteten Position, einem aggressiven Tonfall oder der Überzeugung, sich gegen eine vermeintliche Attacke sofort behaupten zu müssen.
«Die Menschen schalten viel zu früh und zu oft auf die Kampf-Frequenz», sagt Rotraud Perner. Das geschehe häufig, obwohl überhaupt keine tatsächliche Bedrohung vorliege. Ihre zentrale Frage lautet daher nicht nur, wie Gewalt verhindert werden kann, sondern wie Menschen lernen können, Frieden aktiv herzustellen. «Alle Initiativen und Instrumente, die es derzeit zur Gewaltprävention gibt, sehe ich als nicht effizient genug», so Rotraud Perner.
Für sie braucht es deshalb einen Perspektivenwechsel: Weg von einer Reaktion auf bereits eskalierte Situationen und hin zu einer Vorsorge, die wesentlich früher ansetzt.
Frieden ist kein Zustand, er ist eine Kompetenz
Frieden soll nach Rotraud Perners Vorstellung nicht erst dann zum Thema werden, wenn Gewalt bereits stattgefunden hat. Friedenskompetenz soll vorher beginnen. Auf Basis ihrer langjährigen beruflichen Erfahrung und ihren unterschiedlichen Fachausbildungen entwickelte sie gemeinsam mit ihrem Sohn Roman A. Perner das Konzept für «Die Friedensagentur». Ziel ist der Aufbau eines Netzwerks aus ausgebildeten Friedensagenten.
Sie sollen in ihrem beruflichen und privaten Umfeld niederschwellig ansprechbar sein, wenn Konflikte entstehen oder sich eine Situation zu einer Bedrohung zu entwickeln droht. Dabei gehe es ausdrücklich nicht darum, Konflikte einfach «wegzureden» oder aggressives Verhalten verständnisvoll hinzunehmen. Vielmehr soll die Auseinandersetzung mit dem «Austeilen» helfen, dessen Hintergründe zu verstehen und daraus Möglichkeiten für gezielte Deeskalation und den Aufbau von Frieden zu entwickeln.
«Meine Ambition ist, dass in den kommenden Jahren zumindest in jeder größeren Stadt eine entsprechend ausgebildete Person zur Verfügung steht, die Menschen in allgemeinen Bedrohungs- und Konfliktsituationen mit Hintergrundwissen, Orientierung und konkreten Handlungsanleitungen unterstützen kann»
erklärt Rotraud Perner.
Die erste Ausbildungsreihe ist für 24. bis 26. Oktober 2026 im Institut für Salutogenese & Stressprophylaxe in Matzen geplant. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Infoabende
- Donnerstag, 08-10-2026 | 1800 Uhr
- 🕕 Dienstag, 13-10-2026 | 18:00 Uhr
🎟 Diese Veranstaltungen sind kostenlos!
📍 Veranstaltungsort
Institut für Stressprophylaxe & Salutogenese
2243 Matzen | Bahnstrasse 24
👉 Anmeldung und Information

