Wiener Internationale Akademie für Ganzheitsmedizin (GAMED)
in Kooperation mit
Rotraud Perners Institut für Stressprophylaxe & Salutogenese (ISS)

Ausbildung in

LEBENS- UND SOZIALBERATUNG

mit besonderer Spezialisierung auf Fragen der
Sexualität, Gendersensibilität und Gewaltprävention

Curriculum 17
in Matzen (Bahnhofstr.24, 2243 Matzen/NÖ)

 

Kursbeginn:
19. Oktober 2007


Leitung: Prof. Mag. Dr. Rotraud A. Perner und GastreferentInnen

Insgesamt werden 29 Wochenendblöcke im Laufe von 35 Monaten, jeweils Fr. 18.00 – 21.00 Uhr (in Wien), Samstag 9.00 – 18.30 Uhr, Sonntag 9.00 – 13.30 Uhr (in Matzen, NÖ) angeboten, in denen neben grundlegenden Informationen und Techniken auch die neuesten sexualwissen-schaftlichen Erkenntnisse und neue Interventionsmethoden vorgestellt werden.

Schwerpunkte sind dabei:

  • Grundlagen der Gesprächsführung und Beratung
  • Beratungstechnik ILI ® nach Prof. Dr. Rotraud A. Perner (Intuitiv-linguistische Integrationsmethode)
  • Sexuelle Gewalt gegen Kinder, Frauen und Minderheiten; Internetpornographie
  • Paarbeziehung und Paarkonflikte, Trennungen
  • Sexuelle Orientierungen, Pädophilie
  • Sexuelle Funktionen und Fehlfunktionen
  • Schwangerschaft und Verhütung, Kinderwunsch
  • Sexuelle Fantasien, Mythen
  • Mentale Techniken, Körper- und Energiearbeit
  • Gruppensupervision und Gruppenselbsterfahrung
  • Ethische, rechtliche, historische, soziale und betriebswirtschaftliche Grundlagen

Der Abschluss des Lehrganges qualifiziert zur Erlangung der Gewerbeberechtigung als Lebens- und SozialberaterIn.

Kosten:
monatlich € 298,- (inkl. Mwst) 35mal per Dauerauftrag (inkl. Anmelde- und Prüfungsgebühr)

Veranstaltungsorte:
Freitags in Wien, Samstag und Sonntag im ISS Matzen (bei Gänserndorf), NÖ

Termine, Details, Anmeldung:
Sekretariat der Akademie für Ganzheitsmedizin
A – 1140 Wien, Sanatoriumstraße 2
Tel. +43/1/688 75 07 0, Fax +43/1/688 75 07 15
E-Mail: office@gamed.or.at , website: www.gamed.or.at

Weitere Informationen finden Sie hier (Gamed-Homepage)


 

Detaillierte Beschreibung der Ausbildung ®

Die Ausgangssituation

Die Inhalte

Die Methoden

Die TrainerInnen

Die einzelnen Blockseminare

Der Abschluss der Ausbildung

Die fachliche Tätigkeit

Praxisfelder


Die Ausgangssituation

Seit der Erstellung der Materialien zum Sexualkundeunterricht in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts, populär Sexkoffer genannt, ist es still geworden um die schulische Sexualpädagogik.

Außerschulische Angebote zur Information über Sexualität, Fortpflanzung, Sexualhygiene, aber auch Beziehungsideale und –konflikte gibt es nur spärlich – im Rahmen der AIDS-Prävention; dadurch fühlen sich aber viele informationsbedürftige Menschen zu wenig angesprochen.

Demgegenüber stehen Film, Fernsehen und Videos mit Darstellungen sexueller Gewalt, die bestenfalls verunsichern, schlimmstenfalls als Vorbilder geistig eingespeichert werden, und eine Plakatwerbung, die ebenfalls Sexualität verballhornt -–von den Titelstories der Zeitgeistmagazine ganz zu schweigen.

All dem gegenüber steht erhöhte Nachfrage nach Einzelberatungen, Gruppenselbsterfahrung, Tages-, Wochenend- und Wochenseminaren zur kritischen Bewusstseinsbildung und Selbsthilfe gegenüber, denn die unterschiedlichen und rasch wechselnden „News“ vom Sex-Markt verunsichern und bilden zusätzlichen Sprengstoff im „Kampf der Geschlechter“.

Aber auch aus den Institutionen wird immer mehr Interesse an fachspezifischen Angeboten laut: Schulen bitten um Gestaltung von Unterrichtseinheiten zur Vorbeugung von sexuellen Miss-Handlungen, Elternabende werden gewünscht, Angehörige von Sozialberufen suchen ModeratorInnen für Aus- und Fortbildungsveranstaltungen und vor allem: Supervision, wenn es um Fragen der Sexualität geht. Denn kaum jemand hat dazu Überblick, Erfahrung und methodische Routine.

Um dem abzuhelfen hat Prof. Dr. Rotraud A. Perner, langjährige Gastprofessorin der Universität Klagenfurt für Sexualtherapie und Lehrbeauftragte der Universität Salzburg für Therapeutische Kommunikation sowie der Universität Wien für Gewaltprävention, bereits 1992

  • im Rahmen der postgradualen Ausbildungen der Wiener Internationalen Akademie für Ganzheitsmedizin, einer Gründung des ehemaligen Wiener Gesundheitsstadtrats Univ. Prof. Dr. med. Dr. h. c. Alois Stacher,
  • eine umfassende Aus- bzw. Fortbildung
  • für einschlägig vorgebildete Personen
  • aus Bildungs-, Gesundheits- und Sozialberufen bzw. Personen auch ohne solche, dafür mit besonderen Begabungen
  • konzipiert, die der Befähigungsverordnung für das gebundene Gewerbe der Lebens- und Sozialberater sowie den Richtlinien des Bildungsministeriums für ErwachsenenbildnerInnen entspricht.

 

Die Inhalte

Diese Aus- und Fortbildung umfasst die Problembereiche, die in der beratenden wie auch psychotherapeutischen Praxis am häufigsten nachgefragt werden:

  • die psychosexuelle Entwicklung des Kindes: was ist normal, wo besteht Interventionsbedarf?
  • sexuelle Kindesmisshandlung: wo beginnt sie? Wie begegnet man Taten wie Tätern? Welche Selbstverteidigung ist möglich?
  • Sexualphysiologie und -psychopathologie: welche Verhaltensweisen sind nur schlechtes Benehmen, welche krankheitswertig? Wie schützt man sich, wie grenzt man sich ab?
  • Geburtenregelung, Schwangerschaftskonflikte, Sterilisation, verstümmelnde Operationen
  • Unerfüllter Kinderwunsch
  • Sexuelle Orientierung z. B. Homosexualität
  • Abweichendes Sexualverhalten, insbesondere Internetpornographie
  • Paarkonflikte z. B. Untreue, Eifersucht, Suchtverhalten, Gewalt
  • Informationsbedarf an Familienrecht oder Sexualstrafrecht z. B. bei Vergewaltigung in der Ehe, Stalking
  • Sexualität behinderter Kinder oder Erwachsener
  • Sexualität in den verschiedenen Lebensaltern, Wechseljahre, Alter
  • Sexualität bei schockierenden medizinischen Diagnosen (Krisenintervention)
  • Spirituelle Sexualität: wie stehen die Religionen dazu? Welche Konflikte können sich daraus ergeben?
  • Sexualität in Institutionen z. B. Schulen, Spitälern, Gefängnis, Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen
  • Fragen der Ethik z. B. in der Arbeitswelt, sexuelle Belästigung (Mobbing) am Arbeitsplatz: wo beginnt sie? Wie stellt man sie ab? Oder: im religiösen Kontext. Oder: bei Kenntnis von Straftaten etc.
  • Zugang zur Selbstprogrammierung und Selbstheilung (Mentaltechniken)
  • Abgrenzung zu „Geschwisterberufen“: Heilkunde, Psychotherapie, Schamanismus, Alternativheilmethoden

Die von der Befähigungsverordnung für das (an einen Befähigungsnachweis) gebundene Gewerbe der Lebens- und Sozialberatung geforderte Gruppenselbsterfahrung und Gruppensupervision ist in die Blockseminare integriert, ebenso einige (nicht alle) Stunden in Einzelselbsterfahrung und Einzelsupervision. Damit soll die Möglichkeit gegeben werden, besonders intime Bereiche der eigenen Biographie mit einer kompetenten Vertrauensperson eigener Wahl bearbeiten zu dürfen. Anerkennung von Vorzeiten an Einzel- oder Gruppenselbsterfahrung können dabei gegebenenfalls angerechnet werden.

Damit die einzelnen Blockseminare für die Aus- bzw. Fortbildung angerechnet werden können, sind sie jeweils zur Gänze zu absolvieren, da sonst der Gruppenprozess nicht in seiner Gesamtheit erfahrbar ist.

Wird ein Blockseminar versäumt, besteht – ausgenommen die vier ersten Blöcke, die eine Einheit bilden – die Möglichkeit, die Inhalte in einem anderen Curriculum oder auch in der Schwesteraus- und Fortbildung in Linz nachzuholen oder, falls dies nicht möglich war, in einem Privatissimum bei den jeweiligen Vortragenden. (Der im Einzelfall eingeräumte Dispens, StudentInnen der Ausbildung zu gestatten, die Ausbildung zu verkürzen und in mehreren Curricula gleichzeitig zu studieren, hat sich nicht bewährt und wurde wieder aufgegeben.)

Zwischen den einzelnen Blockseminaren geben fachlich begleitete PeerGroup Übungsrunden Gelegenheit, Beratungsgespräche im KollegInnenkreis live supervidieren zu lassen.

Diese Konstruktion ermöglicht es, die TeilnehmerInnen brieflich ab dem absolvierten zweiten Blockseminar, in dem eine grundlegende Beratungstechnik vermittelt und eingeübt wurde, für Übungsgespräche mit KlientInnen und für Projekte im Bildungsbereich zu empfehlen.

 

Die Methoden

Vom „Handwerkszeug“ her ist die Ausbildung methodenintegrativ konzipiert und umfasst Sichtweisen und Techniken aus

  • Psychoanalyse nach S. Freud, I. Caruso, A. Gruen, T. Bauriedl
  • Analytischer Psychologie nach C. G. Jung,
  • Personzentrierter Beratung bzw. Gesprächspsychotherapie nach C. Rogers
  • Focusing nach E. Gendlin in der Fassung A. Wild-Missong
  • Transaktionsanalyse nach E. Berne, C. Steiner
  • Gestaltpädagogik bzw. -beratung nach F. Perls
  • Arbeit mit Systemen, Frage- und Interventionstechniken (inkl. Aufstellungsarbeit) aus der Systemischen Paar- und Familienberatung bzw. -therapie nach L. Reiter, V. Middendorp
  • Hypnotherapie nach M. Erickson
  • NLP
  • Gruppenarbeit / Gruppendynamik / TZI nach R. Cohn sowie Psychoanalytischer Sozialtherapie nach H. Picker
  • Körperarbeit nach W. Reich, A. Lowen, G. Boyesen
  • Energiearbeit nach Choa Kok Sui
  • Intuitiv- linguistische Integrationsmethode ® von R. A. Perner ®
  • Mesoziation ®, die Weiterentwicklung von Mediation von R. A. Perner ®
  • Darüber hinaus werden Unterrichtseinheiten der Kalkulation, Buchhaltung und Betriebsführung, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing sowie dem Familien-, Straf- und Berufsrecht gewidmet.

Entsprechend der Befähigungsverordnung für Lebens- und SozialberaterInnen, die als Lehrinhalt auch die Abgrenzung zu benachbarten Berufsfeldern vorsieht, werden auch Methoden der am häufigsten in Anspruch genommenen „konkurrierenden“ Dienstleistungen im breiten Feld der beratenden Berufe methodisch vorgestellt. Dazu zählt vor allem das Angebot an Energiearbeit, Mentaltrainings, Aufstellungsarbeit, aber auch Arbeit mit dem Inneren Kind, Rückführungen und logischerweise auch Tantra.

Pro Blockseminar wird ein Fachbuch als „Pflichtlektüre“ vorgegeben, das nach Möglichkeit NACH dem jeweiligen Seminar zur Vertiefung durchgearbeitet werden soll. Das kann auch in Peer Groups geschehen. Vorauslesen ist nicht erwünscht, deswegen werden auch nicht mehr wie zu Beginn des Bildungsprojekts Literaturlisten ausgegeben.

Wer sich unbedingt im voraus einlesen möchte, dem werden folgende Publikationen von Prof. Dr. Rotraud A. Perner empfohlen (Restexemplare bei der Autorin office@perner.info ):

R. A. Perner, „Schuld & Unschuld – Täter und Opfer sexueller Misshandlung“, aaptos Wien 1994

R. A. Perner, „Scham macht krank – Sexualpädagogik – Sexualberatung – Sexualtherapie“, aaptos Wien 1997

R. A. Perner, „Sexualität in Österreich – Eine Inventur“, aaptos Wien 1999

R. A. Perner, „Schaff‘ Dir einen Friedensgeist – Gewaltprävention im Alltag“, aaptos Wien 2001

R. A. Perner, „Sein wie Gott – von der Macht der Heiler: Priester, Psychotherapeuten, Politiker“ Kösel München 2002

Alexander Haide, „Stoppt die Kinderschänder!“ Verlag Kleindienst 2002 (mit einem Beitrag von R. A. Perner)

R. A. Perner, „Liebe macht gesund – Salutogenese im Alltag“ aaptos 2004

R. A. Perner, „Die Hausapotheke für die Seele – Erste Hilfe von A(ngst) bis Z(orn)“, Deuticke Wien 2005

 

Die TrainerInnen

Ein Großteil der TrainerInnenschaft wird bereits durch erfahrene AbsolventInnen der Aus- und Fortbildung in Sexualberatung und -pädagogik gestellt. Andere wurden von Prof. Dr. Perner nach positiven Erfahrungen in der Zusammenarbeit in Beratungsstellen oder anderen Projekten auf Grund ihrer besonderen Qualifikation hinsichtlich sexueller Problemstellungen ausgewählt.

In alphabetischer Reihenfolge sind dies:

Brigitte Amesberger, Psychotherapeutin (Gestalttherapie), freie Praxis Wien

Franz Babka , Diplomlebensberater, vormals Pastoralassistent (r. k.), AIDS-Hilfe, freie Praxis Wien

Elisabeth Benda-Thaa, Psychotherapeutin, Lehrpsychotherapeutin, Supervisorin (Transaktionsanalyse), freie Praxis Wien

Andrea Brentano, Diplomlebensberaterin, Körperpsychotherapeutin, Tantra - Lehrerin, freie Praxis Linz

Mag. phil. Dorothea Brozek, Lebens- u. Sozialberaterin, Slawistin, vormals Bizeps, derzeit Assistenzgenossenschaft, Wien

Dr. med. Britta Bürger, Gynäkologin, Diplomlebensberaterin, klin. Monitorin bei Result Cro GmbH, Beraterin bei Net-Doctors

Christa Dungl, Lebens- u. Sozialberaterin, Psychotherapeutin i. A. u. S. (Transaktionsanalyse), vormals Möwe, Promethea, Interventionsstelle gegen Gewalt Wien, Suchtgiftgefängnis Wien, Geriatriezentrum am Wienerwald, derzeit Caritas Hollabrunn und freie Praxis Wien

Wolfgang Ertl, Studium der Psychologie, Diplomlebensberater

Dr. med. Georg Fodor, Psychiater, Psychotherapeut (Psychoanalyse, Dynamische Gruppenpsychotherapie), vormals AKH und Sonderstrafanstalt Mittersteig, freie Praxis Wien

Sandra Gathmann, Studium der Psychologie, Diplomlebensberaterin

Mag. rer. soc. oek. Christine Hapala, Steuerberaterin und Wirtschaftstreuhänderin, Gordon-Trainerin, Wirtschaftsmediatorin, „The Human Money Company“ Wien

Peter F. Herdina, Studium Raumplanung, Psychotherapeut (System. Familientherapie), vormals Hausleiter im Verein Jugendzentren der Stadt Wien, AIDS-Hilfe Wien, derzeit Familienberatungsstelle EXUF und freie Praxis, Wien

Ulrike Hifinger, Studium der Medizin, Lebens- u. Sozialberaterin, Lehrtrainerin NLP, vormals Frauengesundheitszentrum Trotula, Ambulatorium am Fleischmarkt, freie Praxis Linz

Mag. phil. Gabriele Mörth, Erziehungswissenschafterin und Diplomierte psychoanalytische Sozialtherapeutin, vormals Jugendamt der Stadt Wien, Promethea, Autorin von „Schrei nach innen – Vergewaltigung und das Leben danach“, Picus

Dr. phil. Manfred Pawlik, Soziologe, Pädagoge, Psychologe, Psychotherapeut (system. Familientherapie, Hypnotherapie) vormals pädagogischer Leiter der Jugendzentren der Stadt Wien, Mitarbeit an den „Ringel“-Studien gegen Gewalt, Autor mehrerer Fachbücher zu gewaltfreier Erziehung, zuletzt „Glückliche Kindheit“, Edition Sonnberg, derzeit Leitung mehrerer Familienberatungsstellen und freie Praxis in Hollabrunn, NÖ und Wien

Roman A. Perner, Diplomlebensberater, NLP-Practitioner, Friedenspädagoge, system. Projektberater, vormals pädagog. Assistent, freie Praxis Matzen, NÖ

Prof. Mag. Dr. iur. Rotraud A. Perner, Psychotherapeutin (Psychoanalyse, zusätzlich personzentrierter Ansatz, system. Sexualtherapie, Focusing, NLP, mehrere Jahre analyt. Psychologie), Gesundheitspsychologin, Lebens- u. Sozialberaterin (Gründungsobfrau der Berufsgruppe), Pranic Healing, Diplomerwachsenenbildnerin, Univ. Lekt., Gastprofessorin, Gerichtssachverständige, vormals Leiterin Familienberatungsstelle Favoriten, 1. und 2. Wiener Sexualberatungsstelle, Projekt- und Hausleiterin im Verein Jugendzentren der Stadt Wien („Club Bassena“), Autorin zahlreicher Fachbücher, zuletzt „Die Hausapotheke für die Seele – Erste Hilfe von A(ngst) bis Z(orn)“, Deuticke, freie Praxis in Matzen, NÖ und Wien

Dr. med. Philipp Pichler, Psychiater, Psychotherapeut (Katathym – Imaginative Psychotherapie), vormals SMZ-O, Praxisgemeinschaft Dr. Schmitz, freie Praxis Wien

Mag. phil. Gabriele Pröll, Erziehungswissenschafterin, Lebens- u. Sozialberaterin, Beraterin nach der Selbstheilungsmethode Wildwuchs ®, Autorin von „Das Geheimnis der Menstruation“, Goldmann

Mag. art. Imre M. Remenyi, Psychotherapeut (system. Familientherapie), Lebens- u. Sozialberater, Coach, Univ. Lekt, vormals Opernsänger, freie Praxis Wien

Gudrun Schmalhofer-Gerhalter, Psychotherapeutin (system. Familientherapie, Musiktherapie), Univ. Lektorin

 

Die einzelnen Blockseminare

Die Blockseminare – 1992 noch 24, nach Novellierungen der Gewerbeordnung und der darauf basierenden Befähigungsverordnung aufgestockt auf derzeit 29 – sind aufeinander aufbauend konzipiert, wo

  • das erste Jahr der individuellen Sexualität,
  • das zweite Jahr der Paardynamik und
  • das dritte Jahr dem gesellschaftlichen Umgang mit Sexualität gewidmet sind.

Die ersten vier Seminare bilden eine Einheit, ebenso die zwei folgenden, danach kann es – mit Rücksicht auf Feiertage und wegen der Verfügbarkeit der TrainerInnen – innerhalb des logischen Aufbaus zu minimalen Vertauschungen kommen.

1. Jahr:

01 Sexualenergie, Entstehung, Beeinflussung, Umgang, Gewaltprävention, Grundlagen der Beratung (C. G. Jung, Rogers, Berne, Perner)

02 Psychoanalytische Entwicklungslehre, Focusing

03 Sprache der Sexualität, NLP, ILI, Gewaltverzichtende Kommunikation, PLISSIT Modell

04 Übertragung / Gegenübertragung, Abwehrformen

05 sexuelle Misshandlung von Kindern

06 Vergewaltigung, Selbstverteidigung

07 physische Gewalt, hypnotherapeutische Metaphern

08 Machtspiele, Transaktionsanalyse

09 Macht in Institutionen, strukturelle Gewalt, Mediation, Mesoziation ®

10 system. Ansatz

2. Jahr:

11 Mythen der Sexualität, Geschlechterrollen, Gender Sichtweisen

12 Schwangerschaft, Kinderwunsch, Abbruch, Verhütung

13 Sexuelle Dysfunktionen, Mentaltechniken

14 Körperarbeit

15 Psychosomatik, Aufstellungsarbeit

16 Psychiatrie

17 Eifersucht, Untreue, gestaltpädagogisches Arbeiten, Familienrecht, Scheidungsrecht

18 Sucht

19 Religion

20 Selbstheilung, Wildwuchs ®

3. Jahr:

21 Sexualerziehung, Pubertät, Arbeit mit Musik

22 Homosexualität, Transgender

23 AIDS, Verluste , Sterben

24 Behinderung, Alter, Selbstbefriedigung

25 Pornographie, Prostitution, Sex Helper

26 Perversion

27 Betriebswirtschaft, Öffentlichkeitsarbeit, Marketing

28 Ethik

29 Prüfung, Abschluss

 

Der Abschluss der Ausbildung

Zwecks Abschluss der Ausbildung ist sowohl ein schriftlicher wie auch mündlicher Nachweis der integrierten Kenntnisse und Fähigkeiten erforderlich. Dieser wird dadurch erbracht, dass

  • jedes Blockseminar von einem/r StudentIn protokolliert wird. Diese Protokolle dienen zusätzlich zur vertieften Reflexion des Erarbeiteten einerseits der Einübung in Dokumentation (und Verschwiegenheit), andererseits der Information der einzelnen GastdozentInnen über bereits vermittelte Inhalte. Zu Ende der Ausbildung stehen diese Protokolle den TeilnehmerInnen der Ausbildung als Gedächtnisstütze zur Verfügung.
  • eine schriftliche Arbeit zu einem Thema eigener Wahl (Biographisches, Fallstudien, Reflexionen, Rezensionen...) verfasst wird, aus der aber der Bezug zur Ausbildung hervorgehen soll. Diese Arbeit sollte vor dem 27. Blockseminar bei der Ausbildungsleitung abgegeben werden.
  • Bis vor dem zitierten 27. Blockseminar sollten die Ausbildungsinhalte komplettiert sein; ist das aus welchen Gründen auch immer nicht möglich, ist dies mit der Ausbildungsleitung durchzusprechen und eine Alternative zu erarbeiten.
  • eine mündliche Prüfung absolviert wird. Inhalt und Form dieser Prüfung sind bereits in mindestens einem der Blockseminare enthalten und dort eingeübt.
  • Zusätzlich wird die Ausbildung reflektiert – sowohl in der Gruppe als auch im Einzelgespräch mit der Ausbildungsleitung. (Solche Einzelgespräche finden auch während der Ausbildung regelmäßig statt und werden mindestens ein Blockseminar vorher angekündigt).
  • Letztliche Voraussetzung für den Abschluss ist die Bezahlung sämtlicher Kursgebühren. Sollten dabei Schwierigkeiten auftauchen, ist dies mit dem Büro der Wiener Internationalen Akademie für Ganzheitsmedizin zu besprechen und eine Alternativlösung zu erarbeiten.

 

Die fachliche Tätigkeit

Nach der Befähigungsverordnung wird zur Erlangung der Gewerbeberechtigung zusätzlich zu dem Nachweis der theoretischen Ausbildung (Diplom) auch ein Nachweis über absolvierte Praktika im Ausmaß von 750 Stunden gefordert.

Diese hat zu umfassen:

  • mindestens 100 protokollierte Beratungseinheiten (darunter mindestens 5 Erstgesprächsprotokolle und Prozessprotokolle über zwei abgeschlossene Beratungen)
  • mindestens 100 nachgewiesene Supervisionseinheiten (Einzel- und Gruppensupervision), davon mindestens 10 Einzelsupervisionseinheiten
  • um auf die Gesamtstundenzahl zu kommen, kann der Nachweis weiterer fachlicher Tätigkeit erbracht werden durch
  • fachliche Beratungstätigkeit in einschlägigen Praxen oder Institutionen,
  • Teilnahme an Gruppen beruflich einschlägig tätiger Personen (Prozessreflexion, Vertiefung der Lehrinhalte, Diskussion über Literatur, Übungen) im Ausmaß von höchstens 100 Stunden (dazu zählen auch die erwähnten PeerGroups),
  • Leitung oder fachliche Assistenz bei themenspezifischen Seminare im Ausmaß von höchstens 100 Stunden und
  • Anfertigung von Protokollen über Beratungstätigkeit im Ausmaß von höchstens 50 Stunden.

Möglichkeiten zur fachlichen Tätigkeit werden laufend während der Ausbildungszeit besprochen und teilweise auch vermittelt.

 

Praxisfelder

Erfahrungsgemäß geht die Hälfte der AbsolventInnen in Anstellungen, die andere Hälfte, die oft schon während der Ausbildung ihre Praktika absolviert, in die freie Praxis. Es gibt aber auch immer wieder StudentInnen, die die Ausbildung nur als Fortbildung betrachten (z. B. PädagogInnen aller Schuleinrichtungen oder HR-ManagerInnen) oder auch als Investition in die eigene Persönlichkeitsentwicklung.

Angestellt finden wir die Diplomierten einerseits häufig in der AIDS-Hilfe sowie Vereinen, die sich um AIDS-Kranke oder andere so genannte Außenseiter der Gesellschaft wie z. B. ImmigrantInnen, Straffällige, Menschen mit besonderen Bedürfnissen und ihre Angehörigen sorgen, andererseits in Einrichtungen der Gewaltprävention, im klinischen oder pädagogischen Bereich, insbesondere in der Jugend- oder Altenarbeit.

In freier Praxis kombinieren die Diplomierten oft pädagogische Angebote in der Erwachsenenbildung mit vertiefenden Einzelberatungen oder kombinieren ihren Ursprungsberuf mit ihrer beraterischen sowie auch gendersensiblen Kompetenz. Man kann sie als TrainerInnen finden, oft aber entwickeln sie eigene Projekte, gründen eigene Zentren oder Institute oder coachen ehemalige BerufskollegInnen.

Die Ausbildung qualifiziert aber auch zum Supervidieren und zum Mediieren in den nicht vom Mediationsgesetz erfassten Bereichen (das sind alle nicht gerichtsnahen wie z. B. der schulische Bereich oder die klassischen Familien- oder Nachbarschaftsstreitigkeiten).

Da sich ein Verzeichnis aller diplomierten SexualberaterInnen im aaptos Verlag in Ausarbeitung befindet, wird es bald möglich sein, im persönlichen Gespräch mit den AbsolventInnen der Ausbildung – die sich ja zum Teil auch in der Liste der TrainerInnen der Ausbildung wieder finden - den Erfahrungsaustausch über den Einsatz der erworbenen Qualifikationen zu pflegen.


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