In Zeiten von Viagra und ähnlichen potenzsteigernden oder stimulierenden Wundermitteln scheint die Frage nach dem „Warum“ von sexuellen Problemen in den Hintergrund zu geraten. Immer mehr Menschen sind betroffen, aber diese vorerst bequeme Methode der Symptombekämpfung kann jenen die Beantwortung der Fragen nach den Ursachen letztendlich nicht abnehmen.
Angebote zur Information über Sexualität, Fortpflanzung, Sexualhygiene, aber auch Beziehungsideale und -konflikte gibt es leider nur spärlich - etwa im Rahmen der AIDS - Prävention; dadurch fühlen sich aber viele informationsbedürftige Menschen zu wenig angesprochen.
Dem gegenüber stehen Film, Fernsehen und Videos mit Darstellungen sexueller Gewalt, die bestenfalls verunsichern, schlimmstenfalls aber als Vorbilder geistig eingespeichert werden, und eine Plakatwerbung, die ebenfalls Sexualität suggeriert, von den Titelstories der Zeitgeistmagazine ganz zu schweigen.
Ergebnis dieser Entwicklungen ist die steigende Nachfrage nach Einzelberatungen, Gruppenselbsterfahrung, Tages-, Wochen-end- und Wochenseminaren zur kritischen Bewusstseinsbildung und Selbsthilfe, denn die unterschiedlichen und rasch wechselnden „News“ vom Sex-Markt verunsichern und bilden zusätzlichen Sprengstoff im „Kampf der Geschlechter“.
Die Beratung in Fragen der Sexualität wird damit zu einem weiten und wichtigen Aufgabenfeld, eine Herausforderung, die es gilt anzunehmen. Die Gesellschaft braucht ExpertenInnen, die an dieser in Österreich einmaligen Ausbildung wachsen und reifen.
Wenn Sie Interesse an einer zukunftsorientierten und verantwortungsvollen Tätigkeit haben, in welcher Sie Menschen ein entscheidendes Stück ihres Weges beratend begleiten, dürfen wir Sie recht herzlich willkommen heißen.
| Verein für prophylaktische Heinz Eitenberger |
1. Das Berufsbild des/r Lebens- und Sozialberaters/in
Lebens- und Sozialberatung ist die bewusste und geplante Beratung und Betreuung von Einzelpersonen, Paaren oder Gruppen in verschiedenen privaten, familiären oder beruflichen Problemsituationen, sowie in Entscheidungs- und Konfliktsituationen.
Lebens- und Sozialberatung umfasst vorwiegend folgende Tätigkeiten:
¨ Persönlichkeitsberatung, Coaching
¨ Kommunikationsberatung
¨ Konfliktberatung
¨ Ehe-, Partnerschaftsberatung und Familien-beratung, Mediation
¨ Erziehungsberatung
¨ Berufsberatung, Karriereberatung
¨ Sexualberatung
¨ Sozialberatung, Gruppenberatung.
Lebens- und SozialberaterInnen sind bei Nachweis einer entsprechenden Zusatzausbildung befugt, als SupervisorInnen tätig zu sein (Einzel-, Gruppen- und Teamsupervision).
Lebens- und Sozialberatung wird in Form von Einzelberatungen und Gruppenberatungen angeboten und durchgeführt. Das Angebot richtet sich an Personen, Paare, Gruppen, Institutionen und Organisationen.
Die Ausbildung zum/r SexualberaterIn nach Professor Dr. Rotraud Perner entspricht den gesetzlichen Bestimmungen über den Befähigungsnachweis für das Gewerbe der Lebens- und Sozialberatung. Die gesetzlichen Bestimmungen wurden zuletzt im Juli 98 überarbeitet und haben in der 221. Verordnung Eingang gefunden (BGBl. 221/98).
Lebens- und Sozialberatung ist ein bewilligungspflichtiges, gebundenes Gewerbe und darf nur mit entsprechender Ausbildung und dem Nachweis der fachlichen Befähigung ausgeübt werden.
Die wichtigsten Neuerungen der Verordnung betreffen:
¨ die Abschaffung der Befähigungsprüfung
¨ die Reduktion der erforderlichen Stunden-anzahl für die fachliche Tätigkeit
¨ die Reduktion der - sehr kostenintensiven - Einzelsupervision und Einzelselbsterfahrung
¨ die Neustrukturierung des Lehrgangs für Lebens- und Sozialberatung ohne Erhöhung der Stundenanzahl
3. Die AUsbildung ZUM/R SEXUALBERATER/In
nach der intuitiv-linguistischen Integrations-methode nach Prof. Dr. Rotraud A. Perner; entspricht den gesetzlichen Bestimmungen zum Lebens- und Sozialberater (BGBl. 221/98)
¨ Umfassende Information zu Sichtweisen und Einstellung zur menschlichen Sexualität und ihren Problembereichen
¨ Zweckdienliche Interventionsmethoden
¨ Intuitiv-linguistische Integrationsmethode nach Prof. Dr. Perner
¨ Methodenintegrative Übung in Beratungs-techniken
¨ Selbsterfahrung und Supervision
Ziel dieser gesetzlich anerkannten Ausbildung zum Lebens- und Sozialberater ist es, Berater-persönlichkeiten auszubilden, die sprachlich und emotional korrekt zu allen Problemstellungen im Zusammenhang mit menschlicher Sexualität Hilfestellung leisten können. Insbesondere Verwirrung über individuelle und sozial adäquate Äußerungsformen sexueller Impulse und Abwehr bei Menschen aller Altersgruppen und Befindlichkeiten aufzulösen und Wege zu beglückender Partnerbeziehung zu finden, sind Inhalte der Ausbildung.
Spezifikum dieses Lehrgangs ist es, dass der Beratung und Betreuung von Personen mit sexuellen Problemen besonderer Stellenwert eingeräumt wird, insbesondere hinsichtlich der Partnerbeziehung und beruflicher Zusammenarbeit.
3.3. Einsatz- und Tätigkeitsfelder von Sexualberater/innen
¨ im methodisch sicheren Umgang mit Menschen, die in ihrer sexuellen Orientierung, ihrem sexuellen Verhalten, ihren sexuellen Beziehungen und deren möglichen Folgen verunsichert, belästigt oder belastet, aber auch verletzt sind;
¨ in Bildungs-, Sozial- oder Gesundheits-berufen als LehrerInnen, SozialarbeiterInnen, ÄrztInnen.
¨ angestellte Tätigkeiten in Projekten, die sich sexueller Probleme annehmen, beispielsweise sexueller Gewalterfahrungen, aber auch Sexualerziehung oder Partnerberatung.
¨ selbstständige Tätigkeiten als einfache oder spezialisierte Lebens- und Sozialberater-Innen: der Lehrgang qualifiziert zu allen Einsatzfeldern der Lebensberatung, besonders natürlich je nach beruflicher Vorerfahrung.
für die Lehrgangsteilnahme
Für die Teilnahme am Lehrgang ist die
· Vollendung des 24. Lebensjahres sowie
· abgeschlossene Berufsausbildung (oder Matura) Voraussetzung.
Darüber hinaus ist die
· Teilnahme am Entscheidungsworkshop bzw. ein Auswahlgespräch erforderlich.
Einschlägige berufliche Erfahrung im psychosozialen Bereich ist vorteilhaft jedoch nicht Bedingung.
Der Lehrgang versteht sich als ein Angebot an all jene Personen, die in den Einsatzfeldern der Sexualberatung oder der allgemeinen Lebens- und Sozialberatung selbstständig oder im Angestelltenverhältnis tätig werden wollen.
Unabhängig von der Möglichkeit einer beruflichen Neuorientierung bietet die Ausbildung zum/r Lebens- und SozialberaterIn eine Erweiterung der Qualifikationen für all jene, die bereits in ihrer bisherigen Tätigkeit unterstützend, einfühlsam und im weiteren Sinne beratend aktiv sind und für die Kommunikation eine bedeutende Rolle spielt.
max. Teilnehmerzahl: 30 Personen
| I. |
II. |
|
| Lehrinhalte gemäß Curriculum |
2-jährige fachliche Tätigkeit
(Praktikum) |
|
| Gruppenselbsterfahrung 120 Std. |
Peergruppen |
max. 100 Std |
| Einzelselbsterfahrung 30 Std. |
Beratungsgespräche |
mind. 100 Std |
| PGA Prüfung - Abschlussreflexion |
Seminarassistenz oder Leitung |
max. 100 Std |
| Lehrgangsleitung: |
Anfertigung von Protokollen |
max. 50 Std |
| Univ. Lekt. Prof. Mag. Dr. iur. Rotraud A. Perner |
Supervision |
mind. 100 Std |
| (mind.
10 Std. Einzelsupervision |
||
Für das Erlangen des Gewerbescheins für SexualberaterInnen (nach den gesetzlichen Bestimmungen zum Lebens- und Sozialberater, BGBl. 221/98) sind zusätzlich zum Ausbildungslehrgang o.g. praktische Erfordernisse nachzuweisen. Diese fachliche Tätigkeit ist nicht Teil des Lehrgangs. Die fachlich - praktische Ausbildung kann neben dem Lehrgang erfolgen. Sie können sich damit aber auch Zeit lassen. Die Vorlage von Nachweisen über die praktischen Erfordernisse (750 Std.) sind nur für das Erlangen der Gewerbeberechtigung (die selbstständige Ausübung des Gewerbes des Lebens- und Sozialberaters) notwendig. Für die Beschäftigung im Angestelltenverhältnis ist nur der positive Abschluss der Ausbildung Vorbedingung.
Ausbildungsbeginn: 11. März 2004
Dauer: 586 Einheiten, berufsbegleitend
Kurszeiten: jeweils pro Kursblock: Beginn 1. Tag: 9.00 Uhr, Ende letzter Tag: 16.00 Uhr
¨
Entscheidungsworkshop: € 35,-- inkl. 10% Mwst.
¨
Lehrgang:
€ 8.650,-- inkl. 10% Mwst.
zahlbar nach Rechnungslegung, in 5 Teilbeträgen zu je € 1.730,--
LINZ
Für die Ausbildung stehen (zum Zeitpunkt des Drucks der Broschüre) folgende Kursorte zur Verfügung:
· PGA Linz, Kaplanhofstraße 1
· PGA Donauplex, Industriezeile 36
· Jugendgästehaus Linz, Stanglhofweg 3
· Constanze-Zoff-Institut, Hessenplatz 8
Die definitiven Kursorte werden Ihnen zu Beginn des Lehrgangs bekannt gegeben. Aus organisatorischen Gründen kann es zu Veränderungen kommen!
| Block
Nr./ |
Termin |
Inhalte |
| 1 / 4T |
28.11.-1.12.2002 |
histor. Aspekte der psycholog. Beratung – insbes. Sexualberatung – in Österreich und im Ausland / Unterschied Sexualität – das Sexuelle / Sexualität aus interdisziplinärer Sicht / Sexuelle Störungen aus Sicht von psychotherapeutischen Schulen – psychosexuelle Entwicklung / Sexualität als Arbeitsfeld, Abgrenzung zu and. Berufen, eigene Motivation / Grundlagen der Gesprächsführung, Methode Dr. Perner / Arbeiten mit Sexualenergie / Übertragung - Gegenübertragung |
| 2 / 3T |
31.1.-2.2.2003 |
Methoden 1 Kommunikationstheoret. - psychoanalyt. – transaktionsanalytischer – personenzentrierter – verhaltenstherapeutischer Ansatz, NLP, Focusing |
| 3 / 4T |
27.-30.3.2003 |
Selbsterfahrung 1 Kommunikation und Kommunikationsstörungen – Gewalt durch Sprache Körpersprache – Selbstbild / Fremdbild - Identität Macht und Machtmissbrauch - Staatsgewalt - Außenseiterproblem |
| 4 / 3T |
25.-27.4.2003 |
Methoden 2 Systemischer Ansatz – Arbeit mit Einzelnen, Paaren, Familien, Gruppen, Teams Aufstellungsarbeit |
| 5 / 4T |
5.-8.6.2003 |
Krisenintervention 1 sex. Missbrauch – Vergewaltigung – Schlagen – Folter |
| 6 / 3T |
19.-21.9.2003 |
Krisenintervention 2 Kinderwunsch – Schwangerschaft – Abtreibung – Verhütung – AIDS |
| 7 / 4T |
16.-19.10.2003 |
Krisenintervention 3 Verluste – Trennungen – Eifersucht – Trauern |
| 8 / 4T |
20.-23.11.2003 |
Selbsterfahrung 2 Ideologien - Religiöse Orientierung – Kampf der Kulturen |
| 9 / 3T |
16.-18.1.2004 |
Methoden 3 Sexuelle Dysfunktionen |
| 10 / 4T |
12.-15.2.2004 |
Selbsterfahrung 3 Mythen – Klischees, Stereotypen, Vorurteile – Lebensmotto Sexualität in den Medien |
| 11 / 3T |
19.-21.3.2004 |
Methoden 4 Pubertät – Arbeiten mit Musik Klimakterium - Alter - Singledasein Autoerotik, Selbstbefriedigung |
| 12 / 4T |
22.-25.4.2004 |
Benachbarte Fachgebiete 1 Psychosomatik Sucht |
| 13 / 3T |
14.-16.5.2004 |
Benachbarte Fachgebiete 2 Psychiatrie Behinderung |
| 14 / 4T |
17.-20.6.2004 |
Selbsterfahrung 4, Methoden 5 Körperbild – Körperselbstwert - Körperkorrekturen Körperarbeit – Körpertherapeut. Arbeiten |
| 15 / 4T |
2.-5.9.2004 |
Grenzbereiche 1 Sexuelle Orientierung - Homosexualität – Coming Out Beratung Sexualität behinderter Erwachsener Sexhelper und Sexualsurrogate |
| 16 / 3T |
1.-3.10.2004 |
Grenzbereiche 2 Krücken der Sexualität Pornografie – Prostitution Perversionen |
| 17 / 3T |
5.-7.11.2004 (Fr-So) |
Praxisführung Betriebsführung – Kalkulation – Steuerrecht Berufsrecht - Berufspflichten - Ethik Öffentlichkeitsarbeit |
| 18 / 4T |
2.-5.12.2004 |
Abschluss Berateridentität – Helfersyndrom Fragen der Ethik Abschlussprüfung |
(Wir ersuchen um Verständnis und weisen darauf hin, dass es aus didaktischen oder organisatorischen Gründen zu einer Verschiebung der Inhalte im Rahmen des o.g. Zeitplanes kommen kann.)
Für die Teilnahme an der Ausbildung ist der Besuch des Entscheidungsworkshops Voraussetzung:
Entscheidungsworkshop
Samstag, 14. Februar 2004
PGA Linz, Kaplanhofstraße 1
Kursgebühr € 35,-
Da die TeilnehmerInnenzahl am Entscheidungs-workshop beschränkt ist, behalten wir uns eine Reihung der Anmeldungen nach Datum des Eingangs vor. Sollte aufgrund zahlreicher Anmeldungen der Termin ausgebucht sein, bekommen Sie eine Verständigung über einen Ersatztermin. Mit der schriftlichen Anmeldung zum Entscheidungsworkshop (Anmeldeformular liegt bei) senden Sie uns bitte folgende Unterlagen zu:
¨ Lebenslauf mit beruflicher Vorerfahrung
¨ Fragebogen (letzte Seite in der Infomappe)
¨ Geburtsurkunde (Kopie)
¨
Maturazeugnis
(Kopie)
oder
¨ Zeugnis d. Lehrabschlussprüfung oder sonstiger Berufsabschlussprüfung (Kopie)
Der Entscheidungsworkshop hat folgende Zielsetzungen:
¨ Näheres Kennenlernen der beruflichen Aufgaben und Inhalte des/der Sexualberaters/Sexualberaterin
¨ erstes Kennenlernen persönlicher Voraus-setzungen und Fähigkeiten für diesen Beruf
¨ die persönliche Entscheidung zur Lehrgangsteilnahme
Nach der Absolvierung des Entscheidungsworkshops (= Orientierungs- und Entscheidungsseminar) behalten sich Veranstalter und Lehrgangsleitung die endgültige Entscheidung über die Aufnahme der KandidatInnen in den Lehrgang vor.
Eine Anmeldung zur Ausbildung ist erst nach Absolvierung des Entscheidungsworkshops möglich!
Der Lehrgang für Sexualberatung wurde von Frau Prof. Dr. Rotraud A. Perner konzipiert, wird nur in Linz angeboten, und ist daher einzigartig in ganz Österreich. Dieser Lehrgang wird von Frau Prof. Dr. Rotraud A. Perner geleitet.
Univ.-Lektin gastprofin
Maga Drin Iur. rotraud A.
Perner
Psychotherapeutin, Psychoanalytikerin, Ehe- und Familienberaterin, Managementtrainerin, Juristin und allg. beeidete Gerichtssachverständige für Psychotherapie, Mitglied des Psychotherapiebeirates im Gesundheitsministerium, 1. Vorsitzende der ÖGS (Österreichische Gesellschaft für Sexualforschung), eingetragene Supervisorin nach ÖBVP, Autorin zahlreicher Werke wie „Ungeduld des Leibes - Zeitrhythmen der Liebe“ (1994),„Scham macht krank - Sexualpädagogik Sexualberatung Sexualtherapie“(1997) und zahlreiche Neuerscheinungen ab1998.
Andrea M. Brentano
Dipl. Sexualberaterin und Sexualpädagogin, Körpertherapeutin, Kommunikationstrainerin, Lebens- und Sozialberaterin, Ausbildungen in körperorientierterer Psychotherapie und Sexualtherapie. Stellvertretende Vorsitzende der ÖG 6 (österr. Gesellschaft f. Sexual- und Lebensberatung). Selbstständige Trainerin, Seminarleiterin und Beraterin im In- und Ausland.
und Co-Trainer/Innen
Renate
Eder, Seminarkoordination:
Tel.
0 732 / 78 78 10 - 38 (Mo-Fr, 7.30-15.30 Uhr), E-mail: seminare2@pga.at
Gudrun
Kohlnberger, Bereichsleitung Bildung
Tel.
0 732 / 78 78 10 – 28 (Mo-Fr, 9-16 Uhr), E-mail: seminare@pga.at
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