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Tages Arbeit! Abends Gäste! Dieses Goethewort vom Wechselspiel des Alltäglichen und des Besonderen ziert die Innenseite meines im Laufe der Zeit recht ramponierten Stammbuchs. Eine Kollegin aus der Volksschulzeit hatte beim „d“ in Abends gepatzt, und ihre perfektionistische Mutter deshalb diese Seite aus meinem Stammbuch herausgerissen. Und weil ich schon immer etwas gegen subtile Autonomieverletzungen hatte und mir der Spruch so gefiel, habe ich das Blatt vor der Vermüllung gerettet und eingeklebt. Wahrscheinlich habe ich schon damals geahnt, wie leicht diese Mahnung in Vergessenheit gerät... Vor allem in einer Zeit, in der sich die Menschheit in hochangesehene „Leistungsneurotiker“ und abgewertete „Minderleister“ spalten läßt! Nur: zwischen den beiden Extremen der gloriosen Hochleistung und dem beschämenden absoluten Versagen liegt eine Riesenbandbreite, geteilt durch eine „goldene Mitte“ – und beide Hälften dieser Bandbreite haben ihre Zeit und damit auch ihre Berechtigung. Alles hat seine Stunde. Wenn wir einen psychoanalytischen Blickwinkel anlegen, so zeigen sich in allen Erscheinungsformen menschlicher Aktivität die Spuren dessen, was im Zyklus der psychosexuellen Entwicklung erfahren – erworben – erlernt wurde:
Wenn wir nun das Verhältnis von Arbeiten und Feste feiern betrachten, erkennen wir die Spätwirkungen der kindlichen Entwicklung: um genießen zu können, braucht man ungestörte Oralität – die Fähigkeit, sich lustvollem Erleben hinzugeben, egal, ob es sich um Musik handelt, Essen, Tanz, der Schaulust oder dem Offensein für die Begegnung mit anderen Menschen und deren Ausstrahlung. Leistungsorientierten anal betonten Menschen fällt dies meist schwer, daher pflegen sie Genießer oftmals als faul oder träge abzuqualifizieren. Ihr Anteil am Fest ist dementsprechend der gestaltende: sie putzen und putzen heraus, kochen und organisieren, musizieren oder kümmern sich um die Beleuchtung – so wie Martha im biblischen Gleichnis, die ihre Schwester Maria kritisiert, weil sie lieber bei Jesus sitzt und ihm – herzoffen – zuhört als sich im Haus „nützlich“ zu machen. Daß für phallisch geprägte Menschen der Schwerpunkt in der Selbstdarstellung liegt und für ödipal Fixierte in mehr oder weniger lustvoll betriebener Konkurrenz, ergibt sich aus dem Vorgesagten: wir alle tendieren mehr oder weniger in die eine oder andere Richtung, sind wir aber psychisch ausgeglichen, so finden wir von überall ein wenig in unserer Psyche – so wie in dem gleichnamigen Möbelstück (das viele Laden und oben darauf einen Spiegel besitzt!). Derzeit leben wir in einer Welt, in der anales Leistungsdenken dominiert: wer nicht leistet, ist schnell „weg vom Fenster“ – oder besser „von der Tür“, nämlich der zu den oberen Etagen, wo man nicht mehr roboten muß, sondern nur mehr entscheiden und befehlen. Wo es darum geht, nach außen wirksam zu werden – und wie es drinnen aussieht, in der Seele, ist unerheblich, weil nicht profitabel. Aus solch einer Geisteshaltung heraus haben Feste nur dann Existenzberechtigung, wenn sie der Geburt eines neuen Produktes dienen, der Eheschließung mit einer Partnerfirma, demzufolge dem „Silbernen“ oder „Goldenen“ Firmenjubiläum – oder dem letzten Buy Out . Es muß immer noch ein Profit herausschauen – und wenn es nur die Einsparung von Werbekosten durch Namensnennung in den Medien ist. Einseitigkeit vergiftet Alles, was lebt, bewegt sich aber zwischen den Polen einer Bandbreite: auf Einatmen folgt Ausatmen, auf Muskelanspannung Muskelentspannung, auf Nahrungsaufnahme Abgabe von Stoffwechselprodukten – und nicht nur körperlich, sondern auch seelisch und geistig brauchen wir Wechsel und Wandlung, denn alles ist Energie, mehr oder weniger verdichtet, und ohne Energieaustausch erstirbt alles Leben. Daher brauchen wir auch unsere Ruhepausen körperlich – und unsere Muße seelisch-geistig, denn wir sind Körper-Seele-Geist in einem. Daß der Körper Nahrung als Energiequelle benötigt und Licht, wissen wir. Und wir wissen – zumindest seit Paracelsus‘ Worten – daß wir uns mit allem vergiften können, es kommt nur auf die Dosis an. Wir können uns mit zu wenig genau so schädigen wie mit zu viel, und daß das den Körper betreffend auch Bewegung einmahnt und regelmäßige Reinigung, können wir auch als vielfach bekannt voraussetzen. Nur was Seele und Geist betrifft, sind sich wenige Menschen klar darüber, daß die rhythmische Wiederkehr von Energieaufnahme und Energieabgabe im „rechten Maß“ Voraussetzung für eine „ausgeglichene“ Gesundheit ist.
Wenn wir Feste feiern, dürfen wir uns über die erlaubte Normalität hinaus „gehen lassen“. Wir dürfen wieder sein „wie die Kinder“ – herzoffen, neugierig, enthusiastisch, euphorisch -oder aber wir dürfen sein wie die obersten Eliten – „Elternersatzfiguren“ - würdevoll, erhaben, dramatisch. Das beginnt schon mit den Vorbereitungen, im Falle eines freudigen Festes mit der Vorfreude: allein die Aussicht auf all das „Schöne“, das wir zu erleben hoffen, hebt unseren Energiespiegel, und zwar sowohl geistig als auch seelisch. Geistig, weil wir unser Denken durch geistige Bilder einer Freude versprechenden Zukunft „erweitern“ und seelisch, weil sich dabei unser Herz weitet, unsere Durchblutung steigt (und oft auch die Hautfärbung rosa erglüht) und wir uns auf unserer innerseelischen Gefühlsbandbreite deutlich in Richtung Liebe bewegen (anstelle der anderen Richtung von Kummer, Neid und Haß). Menschen brauchen Feste für ihren seelisch-geistigen Energiehaushalt! Energie bekommen wir aber ebenso durch den Austausch mit anderen, egal, ob es sich um Beziehung zu einer einzigen anderen Person handelt oder zu einer Gruppe, oder ob man sich in Beziehung zu einer Großgruppe setzt, wo kaum mehr Aussicht besteht, alle Anwesenden zu kontaktieren. Energie kann auf vielfältige Weise ausgetauscht werden: durch Blicke, durch Berührungen, durch Stimmeinsatz (Gespräch, aber ebenso auch durch jegliche Form von Gesang, aber auch Pfiffe oder schnalzende, schmatzende Laute – und wer schon einmal unerwünscht „angemacht“ wurde, kennt die Wirksamkeit der „unleidlichen“ Energiezufuhr!). Mit „allen Sinnen“ können wir uns dem „besonderen“ Erleben öffnen – aktiv wie passiv; allerdings hat jeder Mensch ein bevorzugtes Sinnesorgan, was erklärt, weshalb wir für bestimmte „Reize“ besonders empfänglich sind, und auch, weshalb wir sie immer wieder suchen. Energie geht nicht verloren. Das wissen wir spätestens seit Albert Einstein. Sie bleibt in uns: gedanklich als Erinnerungsspur - auch wenn wir noch so gut verleugnen, vergessen oder verdrängen können -, seelisch als Empfindsamkeit für einen bestimmten, Resonanz auslösenden Gefühlsausdruck anderer Menschen, körperlich hingegen eingespeichert im Bindegewebe. Deswegen scherzen auch manche Mediziner, die wenig Erfahrung mit der Wirksamkeit von Psychotherapie besitzen: „Gott verzeiht – das Bindegewebe nie!“ Energie „lädt“ aber nicht nur Lebewesen „auf“ (oder „ab“), sondern auch - Orte. Schon die alten Römer sprachen vom „genius loci“ – von dem „Geist“, der einen Ort „beseelt“. Wie das tatsächlich funktioniert, entzieht sich vorläufig noch dem wissenschaftlichen Nachweis, so viel kann aber mit gutem Gewissen behauptet werden: wenn viele Menschen sich auf ein gemeinsames Gehirnstrommuster „einschwingen“, entsteht ein geistiges, aber auch materielles Kraftfeld, das über die aktuelle Zeit und den begrenzten Raum hinaus wirksam bleiben kann. So wie Fingerabdrücke erst sichtbar gemacht werden konnten, als man wußte, mittels welcher Substanzen das „Negativ“ in ein „Positiv“ verwandelt werden kann, brauchen wir auch für anderes, das wir nicht mit freiem Auge oder freiem Ohr wahrnehmen können – vom Riechen und Schmecken ganz zu schweigen – „Medien“, die diese Vermittlung übernehmen. Infrarot und Ultraviolett sind uns dabei bereits wohlvertraut, ebenso Echolot und Ultraschall, dennoch verweigern viele Menschen, eine derartige Gedankenkette für andere Wahrnehmungsmöglichkeiten fortzuspinnen. Dabei bräuchten sie sich nur vom Allmachtswahn trennen, wir wären perfekt: wir alle – Mensch wie Tier wie Pflanze und auch die sogenannten toten Gegenstände „senden“ immerwährend Signale aus, und viele dieser Signale stammen wieder von uns selbst und unserem Gebrauch, und der wiederum vermittelt jeweils andere „Informationen“ je nachdem, in welchem Geist wir tätig werden. Es macht Unterschied, ob eine Speise „mit Liebe gekocht“ wurde oder lieblos zusammengepantscht. Es macht Unterschied, ob ein Lied mit Inbrunst gesungen wird oder widerwillig heruntergeleiert. Es macht Unterschied, ob ein Fest im Geist der Hochachtung zelebriert wird oder ob unfroh eine Pflichtübung abgehalten wird... und dieser Geist wirkt ansteckend. Wer das weiß, und weiß, wie intensiv man nur denken und fühlen muß, um den Geist weiterzugeben, steckt nicht nur seine Nachbarn an – außer diese schützen sich bewußt dagegen -, sondern auch den Ort, an dem dieser Geist „weht“. Ob Triumphmarsch durch die Stadt oder „nur“ ein Freudenlauf auf dem Fußballfeld, Militärparade oder Prozession, Parteitagsinszenierung oder Gottesdienst, Polizeikordon oder Friedenskette – es gibt alles in polarer Ausführung, je nachdem, auf welcher Seite der Bandbreite von Einwirkung oder Wirksamkeit „inszeniert“ wird. Daraus ergibt sich auch die Möglichkeit – Gefahr oder Chance – der Manipulation bzw. Behandlung im Sinne von Heilung. Früher waren es die Magier – die Priester und Schamanen – die dieses geheime Wissen hüteten, praktizierten und nur an Eingeweihte weitergaben. Heute hat der Partizipationstrend der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts auch den Beginn einer Demokratisierung dieser Handlungsweisen gebracht: nicht umsonst nennt sich das Grundsatzlehrbuch des NLP (Neurolinguistisches Programmieren, eine nicht unumstrittene Psychotechnik zur Persönlichkeitsveränderung) „Die Struktur der Magie“. Darin wird aufgezeigt, wie „Denken“ und damit Wirksamkeit gemacht wird. Egal, was wir tun, der „Geist“ – der „spirit“ – in dem wir aktiv werden, bestimmt die Wirkung. Auf Feste bezogen, bedeutet dies: Es macht Unterschied, ob ein Täufling freudig in der Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen wird – oder ob lieblos ein Ritual „abgearbeitet“ wird; es macht Unterschied, ob sich zwei Liebende im vollen Bewußtsein der Gottesgabe erotischer Anziehungskraft auf den Tag ihrer Hoch-Zeit hin seelisch-geistig-körperlich aufladen – oder ob sie im Geiste von Besitzgier, Stolz und siegreicher Konkurrenz ihre „Jagdbeute“ feiern oder gar nur den Eltern zuliebe (oder dem Finanzamt zufleiß) absegnen lassen, was ohnedies bereits zur jahrelangen Routine verflacht ist. Es macht Unterschied, ob sich Verbündete im Geist konstruktiver Zusammenarbeit zum gemeinsamen Mahl treffen – oder ob sie einen Pflichttermin über sich ergehen lassen mit dem Hintergedanken, vielleicht irgend etwas Nutzbares für ihre geheimen Pläne zu erfahren. Es macht Unterschied, ob man gemeinsam den Abschied nimmt von jemand, der zum eigenen Leben dazugehört hat, um zu trauern über die Leere, die sein Dahingang hinterlassen hat – oder ob man das eigene schlechte Gewissen beruhigen will wegen der unterlassenen Hilfestellungen oder gar üblen Zu- und Nachreden. Und eben weil wir so selten reinen Herzens das konkrete Fest begehen, das mit ganz bestimmten Gefühlen erwartet, erlebt und erinnert werden sollte, helfen wir uns mit Inszenierungen: wir spielen Marschmusik, um in erhabene Siegerstimmung zu kommen, Liebeslieder, um in sexuelle Euphorie zu gleiten, und Trauermusik, um unseren Tränenfluß zu stimulieren. Wir zünden Kerzen an und räuchern, wir setzen Farben ein und Metalle, Blumen und Geläute, und uns selbst kleiden wir dem Anlaß entsprechend, schlüpfen gleichsam in eine „neue Haut“, um in und von der Gemeinschaft mit der „passenden“ Energie erfüllt zu werden, die uns „erneuert“. Im Gegensatz zu dem allen stehen die neuerdings so modernen „Festerln“: da wird auf die „andere“ Weise versucht, in Hochstimmung zu kommen – mit Technomusik, mit Lichtorgeln, mit Körperzuckungen im Rhythmus des hartem Beat, mit „schriller“ Kleidung und bizarrem Outfit, mit Designerdrogen und mit ziemlich wahlloser Promiskuität. Aber wenn rein körperlich agiert wird, Geist und Seele hingegen fehlen, bleibt die innere Leere und fördert Suchtverhalten. Die ersehnte Wirkung setzt immer später ein – die „Toleranz“ steigt – und es werden immer stärkere „Reize“ gesucht. Daß man längst schon überreizt ist, fällt gar nicht mehr auf – bis ein „intolerabler“ Zusammenbruch sprich Katzenjammer einen hoffentlich zur Be-sinn-ung bringen: Körper, Seele und Geist sind eine Einheit, und die Ekstase, die sich ergibt, wenn diese Trinität auseinanderdriftet, ist zwar auch ein „Außer sich sein“, aber keines, das einen in der persönlichen Entwicklung weiterbringt. Fast möchte ich sagen: es ist ein moderner – von wem? – kontrollierter Selbsttraumatisierungsversuch, fast wie bei jenen Möchtegernmärtyrern, die sich mittels Selbstgeisselung oder Fasten bis zur Todesnähe über ihr Menschsein erhöhen wollen. Feste bieten Chancen zur Transzendenz Eine gemeinsame Energiequelle zu schaffen und an ihr gemeinsam teilzuhaben, schafft Identität – über das individuelle Bewußtsein hinaus. Deswegen wurden traditionell in „Übergangsriten“ die wesentlichen Wendezeiten des Lebens „markiert“: man wurde nach der Geburt rituell in die Lebensgemeinschaft aufgenommen, mit der Geschlechtsreife in die Gemeinschaft der Gleichgeschlechtlichen, mit der jeweiligen Berufsreife der dem gleichen Berufsstand Zugehörigen, mit dem Entschluß, als Paar zu leben, von der Gemeinschaft als solches „bekräftigt“, wenn man sich vermehrte, als Eltern anerkannt, und wenn etwas zu Ende ging oder gegangen war, wurde der neue Zustand, der sich daraus ergab, ebenfalls gemeinschaftlich bekundet. Jedes Mal mußten die Betroffenen neue „Rollen“ lernen, mußten sich neu definieren – und sie konnten dies, weil ein „antwortendes Du“ da war. Oder auch viele. „Auf jeder neuen Entwicklungsstufe ist das Ich zunächst völlig mit dieser Stufe identifiziert,“ sagte der führende Autor der Transpersonalen Psychologie, Ken Wilber, „und es muß hier die gestellten Aufgaben – sei es Sauberkeitserziehung oder Sprechenlernen – bewältigen. Aber damit die Entwicklung dann weitergehen kann, muß das Ich diese Stufe loslassen, muß sich disidentifizieren, damit Raum entsteht für die neue und höhere Stufe. Es muß sich von der niedrigeren Stufe differenzieren, mit der höheren identifizieren und dann die höhere und die niedrigere zu einer neuen Ganzheit integrieren.“ Wilber nennt diese Differenzierung und Integration „Drehpunkt“. Assoziationen zur Spiralenform tauchen auf. Meine Mutter fällt mir ein, die immer Nietzsche zitiert hat „Empor sollst Du Dich pflanzen, nicht nur fort“. Dennoch bleibt alles Teil der höchstpersönlichen leibseelischgeistigen Biographie, und wenn solch Wachstum nicht nur mit körperlichen – und auch seelischen! – Wachstumsschmerzen verbunden ist, sondern mit erhabenen Gefühlen veredelt werden kann, kann man sich in dieser „Wandlung“ nicht nur als jemand anderer erfahren, sondern auch als jemand „besserer“ – nämlicher reicherer, bereicherter. „Kulturelle und soziale Einflüsse erhöhen oder vermindern die psychische Widerstandsfähigkeit,“ schreibt Igor A. Caruso in „Soziale Aspekte der Psychoanalyse“. Sie erhöhen und vermindern aber auch unsere psychische Aufnahmefähigkeit. Filmtitel fallen mir ein: „Weil Du arm bist, mußt Du früher sterben“ und „Angst essen Seele auf“. Wer Angst hat, verengt sich – seine Wahrnehmung wie seine Fühlfähigkeit und damit auch sein Mit-Gefühl. In der Inszenierung eines Festes kann die Hoch-Stimmung über alle Klassengegensätze hinweg übertragen werden - egal ob man an der Festtafel dinierend oder dienend, in der ersten Reihe sitzend oder als Zaun-Gast stehend, Teil nimmt: wir werden in diesem Fall ein Leib, und hoffentlich ist der damit entstehende Corps-Geist einer, der einander egalitär näherbringt (und nicht wieder Über- und Unterordnung in Bessere und Schlechtere schafft). Zum Fest gehört die Bewußtseinsveränderung – egal, ob sie der Ent-Sorgung der Sehnsüchte, fehlenden Gewissheiten, überwundenen Unreifen, abgeschlossenen Fehlerquellen dient. Und zwar eine „Wandlung“, die bleibt – die bleiben soll: in der erinnerbaren Körperempfindung (physisch), in der wiederholbaren Emotion (seelisch) und somit gesamt im Gedächtnis (geistig); deswegen wird ein Fest in Szene gesetzt - damit alle Sinne angesprochen werden. Zum Abschluß möchte ich ein Lied meiner Freundin Barbara Stromberger zitieren – ein Lied, das für mich den Geist des Hohen Liedes widerspiegelt – einer Hoch-Zeit mit der-, dem- oder denjenigen, die wir lieben. Uns in den Zustand des Liebens einzulassen, steht in unserer Macht – wir müssen nur unsere Herzen öffnen. Den Verstand, die Vernunft, Vorurteile waren da. Wie ein himmlisches Konzert, Seelenwärme übertragen. Jede Sorge, jede Klage, Wie ein himmlisches Konzert, (Barbara Stromberger, Saitenweise Texte)
Literatur: Bandler Richard / Grinder John, Metasprache und Psychotherapie – Die Struktur der Magie I (1975). Junfermann 1981/1984 Caruso Igor A., Soziale Aspekte der Psychoanalyse (1962). Rowohlt TB 1972 Grinder John / Bandler Richard, Kommunikation und Veränderung – Die Struktur der Magie II (1976). Junfermann 1982 Lewin Betram D., Das Hochgefühl. Zur Psychoanalyse der gehobenen, hypomanischen und manischen Stimmung (1961). Suhrkamp 1982 Perner Rotraud A., Ekstase & Askese, In: Focus
Informationszeitschrift 3 / 00 „Ekstase“ Steiner Claude, Macht ohne Ausbeutung – Zur Ökologie zwischenmenschlicher Beziehungen (1981). Junfermann 1986/ 1991 Stromberger Barbara, Saitenweise Texte. Fidibus 1991 Van Gennep Arnold, Übergangsriten (1908). Campus 1986 Wilber Ken, Esoterische Religion, Bewußtseinsentwicklung und Psychotherapie. In: Zundel / Loomans s. u. Zundel Edith / Loomans Pieter, Psychotherapie
und religiöse Erfahrung. Konzepte und Methoden transpersonaler
Psychotherapie (1993). Herder 1994 |