Körper – Sport – Stress
Buchrezensionen

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Kultur des Teilens

BUCHBESPRECHUNG „KÖRPER – SPORT - STRESS“

von Maga. Rahel Jahoda
Gründungsmitglied von intakt – Therapiezentrum für Menschen mit Ess-Störungen und Leiterin des psychotherapeutischen Teams von intakt

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In dem vorliegenden Band des 3. Fachsymposiums zur Salutogenese in Österreich kommen Autoren und Autorinnen verschiedenster Berufsgruppen zu den Themen Körper, Sport und Stress zu Wort.
Der Herausgeberin Prof. Mag. Dr. Rotraut Perner ist es gelungen, mit diesem Fachbuch unter anderem Interesse an Zusammenhängen von Leitbildfunktionen und Essstörungen zu wecken. Da ich selber seit 15 Jahren als Psychotherapeutin im Bereich Essstörungen tätig bin, sind einige dieser Themen immer wiederkehrende Teilbereiche meiner Arbeit; und es war dennoch spannend zu lesen, wie andere Berufsgruppen, wie ein Wirtschaftspsychologe, ein Sportpsychologe, eine Journalistin und Kommunikationswissenschafterin, eine Juristin und Psychoanalytikerin, ein Medizinhistoriker und eine Gymnasiallehrerin dazu Stellung beziehen.
Die Artikel sind sehr fundiert, zum Teil auch mit viel Statistik untermauert, und dennoch auch für Laien verständlich geschrieben.

Mir gefällt die kritische Haltung gegenüber unserer Gesellschaft, die von allen Autoren und Autorinnen eingenommen wird; sehr genau werden Mechanismen aufgezeigt, die zu unserem Körperbild führen - unrealistische Ideale, die zu Diäten bis hin zu Schönheitsoperationen führen.
Aufgezeigt wird auch, dass längst nicht mehr nur Frauen betroffen sind - man denke nur an Stichwörter wie „Adonis- Komplex“ bzw. auch „Metrosexualität“.
Sehr genau wird differenziert, wie weibliche und wie männliche Spitzensportler beschrieben werden - wie auch im Sportbericht eine unterschiedliche Wortwahl getroffen wird:
stark, kühn, draufgängerisch versus fesch, sexy, emotional.

Sport wird aus den verschiedensten Blickwinkeln untersucht, immer aber mit dem Augenmerk auf unsere Gesellschaft - Sport als Spiegel unserer Gesellschaft. „Höher, weiter, schneller“ ist ein Motto, das nicht nur den Sport, sondern unser Alltags- und Berufsleben bestimmt. Das Leistungsprinzip des Sports findet seine Anwendung auch in anderen Bereichen!
Es geht im vorliegenden Buch auch um Stress, z.B.: Welchen Stress erleben NachwuchssportlerInnen daheim, in der KollegInnenschaft, in den Peer-groups, im Trainingsablauf und im Medien-Feedback.
Stress und Sport scheinen zusammenzugehören, wobei Stress nicht nur negative Seiten hat, ist er doch auch eine treibende Kraft bei Aufgaben, die es zu bewältigen gilt, wenn wir ihnen gewachsen sind.

Sport wird im vorliegenden Fachbuch auch als gewinnbringender Wirtschaftszweig mit hohem Unterhaltungswert gesehen. Es werden Gemeinsamkeiten mit Ritualen aufgezeigt, wie z.B. bestimmte Zeiten, gemeinsame Verehrung durch Fans, Gemeinschaft durch gemeinsamen Glauben- und auch der „Missbrauch“ des Sports durch die Politik angesprochen.

Viele Fragen werden aufgeworfen, mögliche Antworten auf dem Symposium gesucht und in dem vorliegenden Band gesammelt.
Ich wünsche dem Buch eine breite LeserInnenschar.

Maga. Rahel Jahoda

office@intakt.at
www.intakt.at

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