"Spirituelle Sexualität" erschienen in: Als ich noch im Verein Jugendzentren der Stadt Wien Projektleiterin war, veranstaltete ich einmal im Jugendzentrum Alt Erlaa Sex-Wochen. "Sex im Herbst" lautete der Titel, und darunter: "Wenn die Blätter fallen". Dazu die Grafik von Albrecht Dürer, auf der man Adam und Eva sieht – mit überdimensionierten Weinblättern vor den "interessanten" Körperstellen. Das Projekt kam gut an: Wir motivierten die Jugendlichen zu einer Befragungsaktion unter der benachbarten Ärzteschaft und ließen sie dann die Antworten mit denen von Dr. Sommer in Bravo vergleichen, ja wir veranstalteten sogar eine Peep Show – die sich dann als Piep Show herausstellte: Wenn man nämlich durchs Guckloch sah, erblickte man ein Plastik-Henderl, wie man es Hunden zum Spielen gibt, mit gespreizten Beinchen … Nun steht "mein" Herbst heuer wieder im Zeichen des Sex, denn ich toure ja durch Niederösterreich mit Vorträgen zur Heilkraft von Liebe, Sexualität mitinbegriffen (Termine unter www.noegkk.at). Dabei geht es auch um die Weiterentwicklung der sexuellen Kräfte im Alter – ich nenne dies in meinem Begleitbuch "Heute schon geliebt?" den "Silver Sex" – und habe deshalb in meinem Workshop auf dem Grazer Kongress "Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie" für diese spirituelle Sexualität den Namen "Golden Sex" geprägt. Ich sehe nämlich die psychosexuelle Entwicklung nicht mit Erreichung der so genannten "genitalen Reife" als abgeschlossen an – auch wenn viele das glauben bzw. so praktizieren. Kann man alles in "Heute schon geliebt?" nachlesen. Jedenfalls habe ich darauf hingewiesen, dass es in anderen, vor allem fernöstlichen, Kulturen Sexualität nicht rein körperlicher Zeugungsakt gesehen wird, während bei uns alles, was nicht zu solcher "Zucht" führt, als "Unzucht" verdammt und heimlich praktiziert wird. Denn das "Hinaufziehen" der Sexualenergie in die "höheren" Chakren kann zu ganzheitlichen, Körper, Seele und Geist umfassenden, Orgasmen führen – eben zu vollkommenem Liebesglück; den Körper braucht man dann nur mehr als Zentralnervensystem (meine Erfahrung auch aus der Arbeit mit Querschnittgelähmten oder Vollbild-Aidskranken). Zustimmung von Frauen, Erstaunen bei Männern, Protest von zwei Senioren: Sexualität wäre doch was wildes, zerstörerisches, sagten sie ungewollt selbstentblößend, und: ich würde harmonischen "Gartenzwerg-Sex" propagieren … Die haben leider nicht einmal den Unterschied zwischen Sexualität und Sex verstanden. Es ging ja nicht um die – von mir so bezeichnete – triviale, sondern eben um spirituelle Sexualität. |