"Spanner" erschienen in: In Hohenems hat ein Lehrer Nachhilfeschülerinnen eingeladen, in seinem Pool zu baden und während des Umziehens im Badezimmer heimlich gefilmt, bis jetzt einem Mädchen das blinkende Rotlicht der Kamera aufgefallen war. Passieren wird dem bisweilen aus dem Schuldienst geschiedenen Spechtler nicht viel, schreiben die Berichterstatter, denn er hat die Fotos zwar auf seinem Computer gehortet, aber nicht ins Internet gestellt und außerdem keinerlei sexuellen Übergriff getätigt. Aber er hat das sexuelle Selbstbestimmungsrecht der Mädchen verletzt, sage ich, und das ist die eigentliche Schweinerei. Egal, wie krank der Mann ist, dass er 10-14jährige Mädchen beobachten muss, oder wie zurückgeblieben in seiner psychosexuellen Entwicklung – ist es denn so schwer, sich in die Mädchen einzufühlen? Man muss schon ein ausgewachsener Exhibitionist sein, um sich nach Kenntnis daran zu delektieren, heimlich ausspioniert geworden zu sein. Denn die boshaften Frauen, die halb oder ganz nackt vor offenem Fenster posieren um sexhungrige Jugendliche in Verwirrung zu stürzen, gehören der Weltliteratur an, den Schmuddelfilmen oder manchmal auch der Psychiatrie – denn wenn jemand seine Schamgrenze nicht wahrt, kann man davon ausgehen, dass sie zerstört wurde. „Es ist ja nichts dabei, ich schau ja nur“, sagen viele, die nicht wahrhaben wollen, dass es nicht das Schauen ist, das verletzt, sondern der Geist, mit dem gestarrt wird – denn es ist selten der Spirit der Bewunderung, sondern der der Geilheit, und diese Energie dringt ein und macht ungute Gefühle. Schon Sigmund Freud hat den Blick mit dem eindringenden Genital verglichen, aber heterosexuelle Männer finden das ganz normal und auch lustvoll, auf Frauen „penetrant“ zu wirken, nur wenn sie selbst homosexuell angemacht werden, dann spüren sie das auch und empören sich und oft folgt sogar Mord und Totschlag. Es geht um Macht – die Macht, sich über jemand anderen – heimlich oder auch offen – zu erheben. Und genau dieser überhebliche Wunsch nach Überhobenheit lässt gehemmte Männer ihr Augenmerk auf Kinder (oder behinderte Frauen) lenken. Bei gleichaltrigen, gleich starken (oder eigentlich gleich schwachen) Frauen müssten sie ja Partnerschaft leben und nicht Fürstenallüren. Aber vermutlich ist der Herr Lehrer auf demselben seelisch-geistigen Niveau wie 10jährige, die kichernd versuchen, in Badekabinen hinein zu lugen. Höchste Zeit für eine Psychotherapie, die Nachreifung ermöglicht! |