Mutterschaft erschienen in: "Wir werden aussterben!", jammern die Ewiggestrigen jedes Mal, wenn Zukunftsforscher die "Überalterung" Europas prophezeien, und wissen sogleich, wer schuld daran hat: die Emanzen – Frauen, die sich nicht der "Produktion und Aufzucht" von Kinderscharen widmen. Solche Frauen sind verdächtig – und waren es zu allen Zeiten: Im Mittelalter hieß es, dass sie mit allerlei Zaubertränken die Fruchtbarkeit ihres Leibes unterdrückten; dass sie dies nur aus böser Fleischeslust täten, wurde gleich dazu fantasiert. Dass derartige Unterstellungen ersparen, vor der eigenen Gewissenstür zu kehren, wissen wir: Noch immer werden Frauen dafür verantwortlich gemacht, lüsterne Männerblicke zu erregen, und daher zur Verhüllung verpflichtet, der Haare, des Gesichts oder gleich des ganzen Körpers … und noch immer verantworten sich Vergewaltiger jenseits aller wissenschaftlichen Erkenntnisse vor Gericht damit, sie hätten nicht anders gekonnt, die Weiblichkeit wäre zu verlockend, der so genannte Trieb zu unbeherrschbar gewesen. Da lobt/e man(n) sich halt die von einem "Gatten" – im wahrsten Sinn des Wortes – "beschützte", daher kontrollierte und vielfach tyrannisierte dauerschwangere Frau: sie bringt weniger Gefahr (ein Kuckuckskind ins Nest zu legen) und Schande (der Verspottung) ins Haus … Und genau darum ging es auch in den Zeiten, wo Kinder wesentliche Machtverstärker waren – ob als Knechte, Mägde, Arbeitssklaven oder Kampftrupps, andere kriminelle Handlangerdienste mitgerechnet. Ähnliches können wir ja heute hautnah beobachten, wenn wir als Bürger/innen eines beliebten Einwanderungslandes mit Menschen zusammen treffen, die uns unsere eigene Geschichte – unsere sozialen Verhältnisse des 19. Jahrhunderts oder noch früherer – widerspiegeln. Verständlich, dass es in solch einer Geisteshaltung unsozial erscheint, dem Mann, dem Clan, dem Staat potenzielle "Dressurobjekte" vorzuenthalten! Wann immer ein Staat viele Menschen brauchte, wurde die Bevölkerungspolitik darauf ausgerichtete und propagandistisch unterstützt. So war es im Dritten Reich – und die Generation, die in diesem Sinne indoktriniert wurde, gibt ihre Einstellung noch immer als einzig wahre weiter – und diskriminiert damit alle Frauen, die aus gesundheitlichen, ökonomischen oder psychosozialen Gründen keine Kinder bekommen, und "zu alte" sowieso. |