Rotraud A. Perner (Foto: Felicitas Matern)
Halt! Gewalt!

Briefe gegen Gewalt

19-05-2018

Mordswut

Er habe aus Wut gehandelt, sagte der 16jährige, dem der brutale Mord an dem 7jährigen Nachbarsmädchen zur Last gelegt wird.

Unabhängig von seinen medial verbreiteten angeblichen Phantasien, eine Mitschülerin erwürgen zu wollen „weil sie so klein ist“ oder seinen jüngeren Bruder zu töten, was ich in meinem nächsten „Brief gegen Gewalt“ thematisieren werde, möchte ich meine Erfahrungen aus über 40 Jahren psycho- und sozialtherapeutischer Arbeit kund tun: Wir sprechen dabei von der „oralen“ „ungerichteten“ Wut des Säuglings (in den 18 Lebensmonaten ab Geburt) gegenüber dem „analen“ „zielgerichteten“ Zorn in den nächsten Lebensjahren, wenn die Muskulatur dazu stark genug geworden ist. Gerät jemand später in Rage, so fällt er oder sie seelisch in den sprachlosen Säuglingszustand zurück – daher müsste die Selbst- oder Fremdaufmerksamkeit genau auf diesen Sprach- (und Denk)verlust gerichtet werden […]

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www.haltgewalt.at/briefe-gegen-gewalt/

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Anfragen zum Thema Gewalt

Gewalt geht uns alle an – im Doppelsinn des Wortes.
Immer wieder werden wir damit konfrontiert, oder wir werden zu Opfern – und manchmal auch zu Tätern. Aber wie anders handeln als wiederum nur mit Gewalt?
Friedfertigkeit ist eine Fertigkeit – und die kann man lernen – und weitergeben.

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Wir garantieren absolute Vertraulichkeit und Anonymität!

Rotraud A. Perner

Als Pfarrerlehrling in Mistelbach

Ein multidisziplinäres Tagebuch

Nach dem Tod ihres Ehemannes (3 Wochen vor dem 40. Hochzeitstag) beschloss die renommierte Psychoanalytikerin und promovierte Juristin Rotraud A. Perner, evangelische Theologie zu studieren.

„Denn jetzt redet mir ja niemand mehr drein!“

Das war ein Irrtum. Immer wieder wurde sie gefragt:

  • „Was bewegt ein ehemaliges Vorstandsmitglied im Österreichischen Freidenkerbund, sich zum Christentum zu bekennen?“
  • „ Was sind die Motive, „religiöse Expertin“ (wie der Religionswissenschaftler Wolfram Reiss alle PriesterInnen und Mönche mit einem einheitlichen  Namen umschreibt) zu werden?“
  • „Was ist der Unterschied zwischen Seelsorge und Psychotherapie?“
  • „Wie umgehen mit dem modernen Religions-Bashing?“

Darauf und auf viele andere Fragen zur spirituellen Gesundheitspflege gibt die nunmehr zur Pfarrerin im Ehrenamt ordinierte Kulturkritikerin Antwort.

aaptos Verlag
196 S., 19.90 EUR, ISBN 978-3-901-49987-6


Buchrezensionen

Niederösterreichische Nachrichten | 13-12-2017 | Seite 10

Pfarrblatt der Dompfarre St. Stephan | 73. Jg. Nr. 1 | Seite 38

Sexuelle Reformation | Rotraud A. PernerRotraud A. Perner

Sexuelle Reformation

Freiheit und Verantwortung

„Werte“ ordnen gesellschaftliche Verhältnisse prinzipiell – auch die geschlechtlichen.

Im Westen gelten Altes und Neues Testament als Grundlagen ethischen Verhaltens. Die Bibel spiegelt jedoch das zeitbedingte und einseitig männliche Selbstverständnis ihrer Autoren. Es „ordnet“ quantitativ und hegemonial im Interesse von möglichst viel Kämpfern, Arbeitskräften und „Heiratswaren“ für Bündnisse und Tauschgeschäfte.

Man kann aber auch Übersetzungskritisch Gottes Wort qualitativ verstehen … dann fordert Genesis 1,28 nicht zur „ehelichen“ Vermehrung, sondern zur gegenseitigen Förderung aller Männer und aller Frauen auf. Dieser quantitative Deutung wurde in 4 „Sexuellen Revolutionen“ begegnet: In der Kunst, in der neuen Sexualwissenschaft, in umfassender Gesellschaftskritik und gegenwärtig in einer Konsumfreiheit unter dem Schlagwort „Konsensethik“ – alles ist erlaubt, worauf man sich einigt. Dabei wird die Dominanz der energetisch oder manipulativ stärkeren Person außer Acht gelassen. Aufklärung tut not. Es braucht eine salutogene – auf Gesundheitsförderung – ausgerichtete Verantwortungsethik, und zwar nicht nur der einzelnen Person sondern auch der gesamten Gesellschaft.

Als christlicher Wert bedarf sexuelle Freiheit einer Reformation: Weg von der „Konsensethik“ des homo consumens, nach der alles erlaubt ist, worauf man sich geeinigt hat, hin zu einer salutogenen Verantwortungsethik, die auf Förderung bedacht ist.

„Fruchtbar“ sein (Genesis 1,28) kann nämlich nicht nur (hegemonial) quantitativ, sondern auch (egalitär) qualitativ als „einander aufbauend“ übersetzt werden. „Neosexualitäten“ (was früher Perversionen hieß) „befriedigenden“ zwar Neugier und Bedürfnis nach einem Kick zumindest einer (führenden) Person, nicht aber die ganzheitliche Gesundheit.

LIT Verlag
184 S., 19.90 EUR, 19.90 CHF, br., ISBN 978-3-643-50795-2

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